Medienpädagogische Institutionen und Aktivitäten in Hannover


von:
Heelje Ahlborn und Stephan Bauer


Gliederung:


1. Einleitung

Im Rahmen des Projekts "Medienpädagogik im internationalen Vergleich" entschieden wir uns im Sommersemester 1998 für das Thema "Medienpädagogische Institutionen und Aktivitäten in Hannover". Unser Ziel war es, Aufgabenfelder, Leistungsangebote sowie verschiedene andere Aspekte (z.B. Entstehung und Finanzierung) ausgewählter Einrichtungen überblicksartig vorzustellen.
Hierzu suchten wir verschiedene medienpädagogische Institutionen in Hannover auf, nahmen an Führungen teil bzw. interviewten eine/n Mitarbeiter/in.

Eine ausführliche Beschreibung der besichtigten Institutionen folgt im Anschluß, wonach eine Auflistung mit Angabe der Anschrift der relevantesten medienpädagogischen Einrichtungen und Aktivitäten im Großraum Hannover angefügt ist, ohne daß sie hier alle beschrieben werden können.
Zum Abschluß haben wir unsere Erfahrungen im Rahmen der Institutionsbesichtigungen zusammengefaßt.

 

 

2. Medienpädagogisches Zentrum

Der Landesfilmdienst Niedersachsen widmet sich der Bildungsarbeit mit Medien in Niedersachsen. Er verleiht kostenlos Medien und veranstaltet Seminare zur Medienpädgogik sowie Video und Filmtechnik. Das ursprüngliche Tätigkeit bestand hauptsächlich im Verleih visueller Medien. Da aber das Betätigungsfeld in der letzten Zeit immer mehr ausgeweitet wurde, hat dies zu einer Namensänderung geführt, so daß die Institution jetzt Medienpädagogisches Zentrum heißt. Das MPZ bietet diverse Seminare an, in denen der Umgang mit Medien ( z.B. Video, Internet, Multimedia, Film, Photo) gelehrt und geübt wird. Bei den Seminarangeboten handelt es sich nicht ausschließlich um Seminare in denen die Bedienung von Geräten, die zum Medieneinsatz benutzt werden, gelehrt und geübt wird, sondern auch wie man diese kreativ einsetzen kann oder wie die neuen Medien zu bewerten sind und welche Wirkungen sie haben.

Das MPZ bedient Interessenten auch nach Wunsch oder bietet seine Unterstützung, Material und Wissen, Lehrern und Schulen für Medienprojekte.

Desweiteren hat das MPZ ein Mediencafe eingerichtet, welches in unregelmäßigen Abständen geöffnet ist. Hierbei handelt es sich um einen öffentlichen Treffpunkt, wo man seine Medienerfahrungen mit anderen austauschen und sich Anregungen für den Einsatz von Medien holen kann. Es stehen auch Video und Computer bereit, so das man vor Ort auch aktiv Experimentieren und Probieren kann.

Ein Problem ist das die teilweise sehr geringe Nachfrage und Wahrnehmung der Angebote. Das Mediencafe ist z.B. meist leer. Gut besucht sind dagegen die Videoseminare. Damit aber auch die anderen Angebote besser wahrgenommen werden ist das MPZ bemüht seinen Bekanntheitsgrad durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu erhöhen.

Geplant sind auch eine engere Zusammenarbeit mit dem OK und der Medienwerkstätte Linden. Hierdurch wird zum einen der Bekanntheitsgrad vergrößert und zum anderen das Angebot erweitert. So ist z.B. ein Videoprojekt an Schulen möglich, das dann im OK gesendet wird.

Finanziert wird das MPZ durch einen Etat der Stadt. Der Landesfilmdienst wird durch die Produzenten der Filme und Videos finanziert, d.h. der Produzent eines Films oder Videos bezahlt den Landesfilmdienst, damit dieser es verleiht (also für die Verbreiterung des Bekanntheitsgrades sorgt). Bei den Produktionen handelt es sich hauptsächlich um Beiträge zur politischen, kulturellen und fachlichen Bildung.

 

 

3. Pavillon

Wir hatten die Gelegenheit, Frau Monika Weber, Mitarbeiterin im Pavillon seit Sommer 1997 und zuständig für Arbeit und Soziales, zu interviewen.

Auf meine Frage, ob man den Pavillon als Medienpädagogische Einrichtung bezeichnen könnte, meinte sie, das dem nicht so sei. Jedoch würde die Medienpädagogik überall mit hineinspielen. Außerdem gibt es auch ein Ressort für Neue Medien. Der Pavillon arbeitet zur Zeit daran, das "NaNaNet", Hannovers Netzwerk für Kunst, Kultur, Bildung und Soziales, das bisher nur im Internet erreichbar war, nun auch auf andere Art und Weise den Bürgern zugänglich zu machen. Diese Computermitteilungen sollen dann anhand von Info- Säulen, die an verschiedenen Standorten der Stadt aufgestellt werden, von den Bürgern abgerufen werden können.

Geschichte: Der Pavillon ist 1997 20 Jahre alt geworden. Ursprünglich war das Gebäude, in dem sich heute der Pavillon befindet ein Kaufhaus, das sogenannte "Deutsche Familienkaufhaus". Der Platz war für das neue Schauspielhaus vorgesehen, das an der dortigen Stelle entstehen sollte. Jedoch hatte die Stadt Hannover kein Geld für das Projekt. So bildete sich eine Bürgerinitiative Raschplatz e.V., die sich dafür aussprach, das Gebäude nicht kommerziell zu nutzen, sondern als offene Begegnungsstätte für Jung und Alt bereitzustellen.

Die Bürgerinitiative war erfolgreich. Der Pavillon darf seitdem miet- und energiefrei genutzt werden.

Somit ist das Besondere an dem Pavillon als soziokulturelles Zentrum auch der Standort. Bisher war es nämlich allgemein üblich derartige Einrichtungen in den Stadtteilen anzusiedeln und nicht in der Stadtmitte. Damit erklärt sich auch die Zuständigkeit des Pavillons. Im Gegensatz zum Lister Turm, welches als Stadtteilzentrum zu verstehen ist, handelt es sich bei dem Pavillon um ein soziokulturelles Zentrum, das für die ganze Stadt zuständig ist.

Der Aufbau des Pavillons gestaltet sich folgendermaßen:

Die Bürgerinitiative fungiert für den Pavillon als Kontrollorgan. Das Team des Pavillons besteht aus 11 Mitarbeiter/innen, die sich 8 Vollzeitstellen teilen. Dazu gehört auch eine Verwaltungs-, sowie eine Buchhaltungskraft. 2 Stellen werden mit Mitteln des Arbeitsamtes gefördert. 3 Mitarbeiter/innen sind für die technische Organisation des Gebäudes zuständig, die sogenannten TOM´s, die technisch-organisatorischen Mitarbeiter.
Desweiteren beschäftigt der Pavillon 4 BSHG-Kräfte, die als Veranstaltungshelfer oder beim Kartenverkauf tätig sind, und 4 Zivildienstleistende. Der Haushalt des Pavillons beläuft sich auf 2-3 Millionen pro Jahr. Davon entfallen ca. DM 1 Mio. allein auf Personalkosten. DM 700.000,-- gibt die Stadt als Zuschuß dazu. Der Rest muß selbst erwirtschaftet werden.

Dies geschieht u.a. durch das Mezzo, woran der Pavillon an einem Prozent des Umsatzes beteiligt ist. Desweiteren fließen Gelder durch die Einnahmen der Veranstaltungen in den Etat. Jedoch müssen für die Umsetzung der meisten Projekte Sponsoren gefunden werden, um sie realisieren zu können. Es finden ca. 300 Veranstaltungen jährlich im Haus statt. Die Hälfte des Programms geht vom Pavillon aus, die anderen Veranstaltungen werden von Initiativen und anderen Gruppen durchgeführt, sogenannten Kooperationspartnern. So wird z.B. auch mit Schulen zusammengearbeitet.

Ein Beispiel für eine Veranstaltung ist das Erlebnisprojekt aus dem Bereich der Erlebnispädagogik zu dem Thema "Umbruch in der Arbeitsgesellschaft". Dieses Projekt soll in Form einer Ausstellungen dargelegt finden, in der man nicht nur schauen, sondern "mit allen Sinnen erfahren" darf. Die Finanzierungskosten betragen DM 150.000,--. Zuschüsse brauchte auch dies Projekt. (Sie kamen in diesem Fall von der Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren). Andere Beispiele : muttersprachliches Theater oder das "Masala" - Fest, ein internationales Musikfestival.

Bei den Veranstaltungen, die im Pavillon stattfinden, handelt es sich nicht um private oder kommerzielle. Da der Pavillon einen öffentlichen Auftrag hat, ist dies weder erwünscht noch möglich. Trotzdem steht der Pavillon in seiner Arbeit in Konkurrenz zu kommerziellen Veranstaltern wie "Sub", Theater, Schauspiel usw. Es kommt manchmal aber auch zur Zusammenarbeit mit diesen Institutionen. Derzeit gibt es z.B.: eine Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Hannover.
Da es sich bei dem Pavillon um einen gemeinnützigen Verein handelt, ist für die Prüfung das Rechnungsprüfungsamt zuständig. Der Pavillon ist dem Landesverband der soziokulturellen Zentren angeschlossen. Die Förderung der Soziokultur beträgt ca. DM 1 Mio., hingegen werden für die Förderung des Schauspielhauses ca. DM 90 Mio. bereitgestellt, so beklagte Frau Weber.

Im Pavillon gibt es verschiedene Arbeitsbereiche: Musik, Theater, aktuelles Zeitgeschehen, Arbeit und Soziales, die durch "Leitlinien" : interkulturelle Arbeit, Jugend, Ökologie, Medien und Frauen ergänzt werden.

Die Mitarbeiter haben zumeist eine Ausbildung als Lehrer, Diplompädagoge, Drucker, Kaufmann, Kulturpädagoge oder Theologe. Es wurde betont, daß auch eine Magisterpädagogin im Pavillon beschäftigt war. Je nach Ausschreibung wird bei der Arbeitsplatzvergabe ein unterschiedliches Anforderungsprofil erwartet, z.B. Veranstaltungserfahrung. Es herrscht eine "hohe Fluktuation" bei den Mitarbeitern, wie Frau Weber sich ausdrückte. Ca. alle 5-6 Jahre wechseln diese.

Der Pavillon ist selbstverwaltet. Teamarbeit wird im Pavillon groß geschrieben. Er ist nicht-hierarchisch aufgebaut. Es gibt wöchentlich stattfindende Mitarbeiterbesprechungen. Alle 2 Monate findet eine Vorstandssitzung statt. Ziel ist es, daß die Verantwortung verteilt werden soll. Dadurch, daß es im Pavillon keine Hierarchien gibt, entstehen Konflikte. Jede Veranstaltung wird diskutiert, wobei natürlich nicht nur Lob, sondern auch Kritik geäußert wird. Dies Prinzip der Gruppenarbeit stellt hohe Anforderungen an den einzelnen. Man dürfte z.B. nicht alles persönlich nehmen, so äußerte sich Frau Weber.

Hierbei fungiert der Geschäftsführer als "erster unter Gleichen", daß heißt er seine Aufgabe besteht auch darin für Konfliktlösung zu sorgen. Zur Not greift der Vorstand ein. Jedes halbe Jahr gibt es im Pavillon eine Supervision, die sich allerdings ausschließlich mit der Organisationsentwicklung und nicht mit der Persönlichkeit der einzelnen Mitarbeiter befaßt.
"Der Pavillon ist ein Instrument, auf dem man spielen muß", meinte Frau Weber. Das bedeutet, daß man als Mitarbeiter einen hohen Anteil an eigener Gestaltungsfreiheit und -verpflichtung hat. Im Gebäude des Pavillons sind noch sechs weitere Einrichtungen untergebracht wie Theaterwerkstatt, Stadtbücherei, Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, Krabbelgruppe Freche Rübe e.V. , VHS, workshop sowie das Cafe Mezzo.

 

 

4. Medienwerkstatt Linden

Bei der Medienwerkstatt Linden stellt die Medienpädagogik einen Bereich unter vielen dar.

Geschichte: Die Medienwerkstatt Linden gibt es seit ca. 20 Jahren. Sie ist im Rahmen eines Unistreiks durch Studierende entstanden. Anfangs wurde nur in Eigeninitiative und ehrenamtlich gearbeitet. 1986 erfolgte die Professionalisierung durch ABM-Stellen. 1992 erhielt die Medienwerkstatt die ersten Förderungen vom Land Niedersachsen, vom NDR und der Stadt Hannover.

Sie erfüllen folgende Aufgaben:

A. Film- und Videoproduktionen

Auftragsproduktionen:
Es erfolgen Videoproduktionen für den öffentlichen Bereich (z.B. für das Frauenministerium, für das Kulturamt).
Es gibt aber auch Industriefilmproduktionen (z.B. i.A. von Esso), um Einnahmen zu erzielen. Diese werden oftmals auch in Form eines 16mm Films erstellt.

Eigene Produktionen:
In den letzten drei Jahren wurde in der Medienwerkstatt Linden der Film "Zerrissen" erstellt, der die anhand eines bekannten Punks die Punkbewegung der 80er Jahre reflektiert. Dieser Film ist im Apollo- Kino gezeigt worden.
Ein Dokumentarfilm, der gemeinsam mit zwei Frauen aus Braunschweig gedreht worden ist, gehörte ebenso zu den Eigenproduktionen der Medienwerkstatt Linden.
Gefördert werden die nicht-kommerziellen Videoproduktionen durch die Filmförderung Niedersachsen (Land Niedersachsen) und die Förderung des NDR. 2% der Rundfunk- und Fernsehgebühren gehen in diesen "Topf" ein, wovon neben der Medienwerkstatt Linden beispielsweise auch der Offene Kanal und Radio Flora gefördert werden.

B. Bereitstellen von Geräten

Gegen geringes Entgelt wird ein Schnittplatz zur Verfügung gestellt. Dies ist jedoch nur Personen gedacht, die im kulturellen Bereich tätig sind oder z.B. für Projekte des Film- und Medienbüros Niedersachsen.

Es sind Schnittplätze für folgende Film- und Videoarten vorhanden:

S-VHS, Betacam, 16 mm, Super 16, U-matic.

C. Seminare

Es finden ca. 8-10 Seminare im Jahr statt. Diese Seminare bestehen aus einem Weiterbildungsprogramm für Filmemacher. Dazu gehören Studenten und Privatpersonen, aber auch für frei schaffende Künstler oder im kulturellen Bereich arbeitende.

Es werden Kenntnisse und Fähigkeiten zu Recherche, Expose, Kamera, Schnitt und Filmgeschäftsführung vermittelt. Technische, gestalterische und organisatorische Maßnahmen sollen erlernt werden.

Früher gab es auch noch ...

  1. den Videoverleih.

Es wurden Filme gezeigt, die sich mit Alternativthemen beschäftigten und in Bildstellen nicht zu bekommen waren. Diese Filme können heutzutage jedoch auch bei Bildstellen (oder im Videoverleih) entliehen werden.

  1. Veranstaltung "Stattfernsehen"

In Kneipen oder beispielsweise auch Altersheimen wurden Filme gezeigt, die nicht im Fernsehen zu sehen waren. Ziel dieser Veranstaltungen war es, andere Rezeptionsbedingungen zu schaffen. Mangels Interesse und aufgrund des zu großen Zeitaufwandes wurde dies Projekt jedoch eingestellt.

Bei der Medienwerkstatt Linden sind verschiedene Leute für verschiedene Bereiche zuständig.

Anschließend stellte Bernd Wolter, der dortige Medienpädagoge, sein eigenes Aufgabenprofil vor:

  1. Videoseminare (für den Offenen Kanal und für den kulturellen Bereich)

Die Seminare für den Offenen Kanal finden in Zusammenarbeit mit dem VNB ( Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen), Arbeit und Leben und der DAG statt.

Bei den anderen Seminaren handelt es sich um Weiterbildungsseminare, die im Hause stattfinden.

B. Ferienpaßaktionen (Videoprojekte)

Schulprojekte (Videoprojekte)

u.a. "Hauptschule in Bewegung"(vom Kulturamt gefördert). Hauptschüler erstellen über ihre Projektwoche einen Film.

Kinderfilmprojekte (Videoworkshops)

Stadtteilvideoprojekt (Die Bewohner des Stadtteiles Vahrenheide machen ein Film, der auf die dort stattfindende Sanierung und die Veränderung der Infrastruktur aufmerksam machen soll).

Neben den oben genannten Aufgaben ist Bernd Wolter auch für alles, was im Bereich der Medienpädagogik an die Medienwerkstatt Linden herangetragen wird, (Erzieherfortbildung in medienpädagogischer Hinsicht), zuständig.

Desweiteren gehört er mit zur Geschäftsführung.

 

 

5. Medienhaus & VVK (Verein für Visuelle Kommunikation)

VVK

Die Eurovideoarttour ist ein in unregelmäßigen Abständen vom VVK zusammengestelltes europäisches Videokunstprogramm. Die Tourneen werden mit großem Erfolg in vielen europäischen Städten, aber auch im vorderen Orient durchgeführt.

Der Videokunstvertrieb verfügt über 300 Videofilme, deren Titel in einem Katalog, auch über Internet, zu ersehen sind. Es werden aber auch Programme oder Videoreihen für andere Kulturorganisationen zusammengestellt und Beiträge an Sendeanstalten vermittelt.

Medienhaus

Videoschulungskurse (Kamera, Schnitt)

HTML-Kurse

Die im Medienhaus erstellten Filme werden anschließend in den Vertrieb des VVK mitaufgenommen.

Gefördert wird das Medienhaus durch staatliche Unterstützung und Sponsoren.

 

 

6. NLI

Das NLI ist das Niedersächsische Landesinstitut für Fortbildung und Weiterbildung im Schulwesen und Medienpädagogik. In den Tätigkeitsbereich des Instituts fällt die Fortbildung von Lehrern, der Verleih von Medien (als Ergänzung zu den kommunalen Bildstellen kann es sich aufgrund des größeren Etats teuere Filme leisten), Organisation, Durchführung und Betreuung von Tagungen, Erstellung von film- und medienbezogenen Publikationen und methodisch, didaktischen Handreichungen. Desweiteren laufen noch verschiede andere Projekte unter der Leitung des NLI.
Die Seminare zur Lehrerfortbildung werden zum größten Teil von aktiven Lehrern selbst geleitet. Das NLI übernimmt hier dann hauptsächlich organisatorische Aufgaben, wie die Anmietung der Seminarraums und das zentrale Anbieten von Kursen.
Des weiteren werden unter Leitung des NLI Publikationen zu den verschiedensten medienbezogenen Themen erstellt, wie z.B. zu Themen wie :

Unter der Leitung der NLI sind eine Reihe von Projekten am laufen (bzw. gelaufen), die sich mit sehr verschiedenen Themengebieten beschäftigen. z.B. :

(1) Chancen für Schulen

NLI-Projekt "Organisationsentwicklung an Berufsbildenden Schulen"

Zielsetzung

In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Kultusministerium bietet das NLI das Projekt "Organisationsentwicklung an Berufsbildenden Schulen" an. In diesem Projekt sollen von Schulen zu benennende Lehrerinnen und Lehrer durch eine Fortbildungsfolge befähigt werden, in ihren Schulen Vorhaben und Entwicklungsprozesse systematisch zu unterstützen und zu begleiten.

Die Entwicklungsdynamik in der beruflichen Bildung und die sich daraus ergebenden Anforderungen an Berufsbildende Schulen, die substantielle Erweiterung der pädagogischen und organisatorischen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten der Schulen und der in ihr tätigen Personen sowie die damit einhergehende Verlagerung von Verantwortung auf die Handelnden bilden den Bezugsrahmen.

(2) Qualifikation von Lehrkräften

für die Nutzung von "Offenen Kanälen TV" und Nichtkommerziellem Lokalfunk

Ausgangsüberlegungen und Zielsetzung

Leben in der heutigen Gesellschaft heißt zu einem großen Teil Leben mit Medien. Schule muß ihren Beitrag dazu leisten, die für verantwortliches Handeln notwendige Medienkompetenz zu entwickeln. Schule muß sich zugleich öffnen für kulturelle Aktivitäten und selbst ein "Kulturraum" werden. Durch die Änderung des Landesrundfunkgesetzes bekommen der "Offene Kanäle TV (OK)" und "Nichtkommerzieller Lokalfunk" in vielen Bereichen Niedersachsens eine Sendelizenz. Dadurch wird auch Schulen in diesen Regionen die Möglichkeit geboten, ihre Arbeit in der lokalen Öffentlichkeit zu präsentieren und Rundfunk und Fernsehen für die Entwicklung von Medienkompetenz zu nutzen. Eine solchermaßen orientierte Arbeit in den Schulen setzt entsprechende Qualifikationen voraus, die für Lehrkräfte letztlich nur im Rahmen der institutionalisierten (regionalen) Fortbildung erfolgen kann.

Zentrale didaktische Prinzipien für medienpädagogische Fortbildung sind Erfahrungs-, Handlungs- und Kommunikationsorientierung. Orientiert man sich an diesen didaktischen Prinzipien, wird deutlich, daß prozeß- und produktorientierten Verfahren ein zentraler Stellenwert zukommt. Aktive Medienarbeit unter "realen" Bedingungen könnte somit einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung von Medienkompetenz liefern. Ausgehend von diesen Grundüberlegungen wurden Fortbildungskonzepte entwickelt. Merkmale dieser Fortbildungsmaßnahmen sind:

Vernetzung von Schule und außerschulischem Bereich durch Kooperation Übertragbarkeit der Fortbildungsmaßnahmen auf verschiedene Regionen Auslegung der Konzepte auf die regionale Fortbildung

Ein weiteres größer angelegtes Projekt ist das Projekt "Gewalt in Medien".Das Ziel hierbei läßt sich nach den Projektleiter/innen wie folgt beschreiben :

"Gerade in der letzten Zeit sind eine Reihe von inhaltsanalytischen und qualitativen Studien zur Darstellung und Rezeption von Gewalt im Fernsehen veröffentlicht worden. Diese Veröffentlichungen bewegen sich jedoch auf einer wissenschaftlichen Ebene. Eine Erarbeitung der darin implizit enthaltenen Hinweise und Konzepte für die Medienpädagogik ist bisher nur ansatzweise erfolgt.

Um so wichtiger ist es, Materialien zu erstellen, in die sich Pädagoginnen und Pädagogen schnell einarbeiten können, die konkrete didaktische und methodische Hilfestellungen bieten und damit die Eigeninitiative von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Umsetzung des Themas in und außerhalb von Schule fördern. Im Rahmen des Projektes ist daran gedacht, "Materialkoffer" zu erstellen, die nach dem Bausteinprinzip aufgebaut sind. Inhalt dieses Koffers sollen im wesentlichen sein:

Basismaterialien zu spezifischen Aspekten des Themas "Gewalt in den Medien" (z. B. Geschlechtsspezifik, Familienkonflikte, gesellschaftliche

Konflikte, Ängste,...)

Methodische Handreichungen für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit, Veranstaltungskonzepte für Fortbildungen unterschiedlicher Dauer und Klientel Medien zu den einzelnen Themenaspekten (Dias, Folien, Filmbeispiele, Arbeitsblätter) mit konkreten didaktischen und methodischen Anleitungen

Die Materialkoffer werden über das NLI für interessierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren kostenlos entleihbar sein. Das schriftliche Material kann auch unabhängig vom Koffer als Arbeitshilfe genutzt werden kann.

In Niedersachsen sollten die Materialkoffer z. B. in den Fortbildungsregionen der Regionalen Lehrerfortbildung vorhanden, aber auch zentral ausleihbar sein. Die überregionale Distribution kann über das NLI erfolgen."

 

 

7. OK Hannover

Immer mehr Menschen in Niedersachsen lassen sich vom Radio und Fernsehen nicht mehr nur berieseln. Sie machen ihr lokales Radio und Fernsehen selbst. Acht Offene Kanäle und sechs nichtkommerzielle Lokalradios, die seit Sommer 1996 in Niedersachsen auf Sendung gegangen sind, produzieren bereits Woche für Woche über 600 Stunden Programm. Täglich arbeiten über 80 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den und für die Bürgerfunkprojekte. Die Anzahl derjenigen, die ehrenamtlich für ihren Offenen Kanal oder ihr Lokalradio arbeiten, ist um ein vielfaches höher.

Die Lizenzen für die insgesamt vier Bürgerfunkprojekte erteilte die NLM im Rahmen eines 5jährigen Betriebsversuches zur Einrichtung von Offenen Kanälen und nichtkommerziellem lokalen Hörfunk in Niedersachsen. In Deutschland sind mittlerweile ca. 100 Bürgerfunkprojekte (Offene Kanäle, Lokal- und Uniradios) auf Sendung. Sie bilden neben den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern eine "dritte Säule" im deutschen Rundfunksystem.

Was ist der Offene Kanal Hannover ?

Der Offene Kanal ist ein lokaler Fernsehsender, dessen Programm von allen, die in Hannover und Umgebung leben, in eigener Verantwortung gestaltet werden kann. Finanziert wird er aus öffentlichen Rundfunkgebühren und aus Eigenmitteln des Trägervereins. Der OK Hannover hat drei fest Angestellte, zwei BSAG und einige Praktikanten als Mitarbeiter.

Im Verein sind über 40 Vereine, Verbände und 70 Einzelpersonen organisiert. Im Offenen Kanal können Kamera, Camcorder und ein komplettes mobiles Studio ausgeliehen werden. Ferner steht für Livesendungen ein 100m2 großes Studio zur Verfügung. Für die Nachbearbeitung stehen vier Schnittplätze, für Live-Sendungen ein. Die Nutzung ist kostenlos, nur die Videokassetten sowie die Gemagebühren müssen die Nutzer/innen selbst finanzieren. Die Voraussetzung zur Nutzung dieses Angebots ist ein Schulungskurs in Kamerabedienung, Schnittechnik bzw. Studionutzung und ein Wohnsitz im Sendegebiet. Für die Kurse ist ein Beitrag von 10 DM zu entrichten. Produziert wird auf S-VHS. Die Mitarbeiter/innen des Offenen Kanals bieten auf Wunsch organisatorische und gestalterische Unterstützung bei der Erstellung der Sendebeiträge an. Der Offene Kanal bietet in Kooperation mit anderen Bildungsträgern weiterführende Workshops und Seminare zu journalistischen, dramaturgischen und technischen Themenstellungen an.

Was will der Offene Kanal Hannover ?

Der Offene Kanal ermöglicht einen freien, gleichen und unzensierten Zugang zu einem regionalen Sender. Er versteht sich als Forum der sozialen, politischen und kulturellen Kommunikation in der Region Hannover. Der OK bietet hannoverschen Gruppen, Initiativen, Institutionen, Verbänden und Einzelpersonen einen Zugang zur regionalen Fernsehöffentlichkeit. Er läßt Betroffene selbst zu Wort kommen, fördert kreative Fähigkeiten und veröffentlicht somit die unterschiedlichsten Ausdrucksformen.

Der OK bietet stadtspezifische Informationen. Er macht die Arbeitsweise elektronischer Medien erlebbar und ermöglicht einen aktiven, selbstbestimmten Umgang mit ihnen. Der Offene Kanal baut auf die Eigeninitiative all derer, die Lust haben, Fernsehen nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Was wird im Offenen Kanal Hannover gesendet ?

Das Programm besteht aus Sendungen, die die Nutzer/innen selbstverantwortlich produzieren. Es ist so interessant und vielfältig wie die Menschen, die den Offenen Kanal gestalten. Sendebeiträge, die zum Rassenhaß aufstacheln, Gewalttätigkeiten verharmlosen oder verherrlichen oder pornografische Darstellungen enthalten, sind nicht zulässig. Alle Beiträge haben frei von Werbung und Sponsoring zu sein. Der Offene Kanal stellt Gruppen und Einzelpersonen auf Wunsch auch feste Sendeplätze zur Verfügung, jedoch maximal 4 Stunden Sendezeit pro Woche, und unterstützt die Bildung von Redaktionsgruppen. Es werden Sendungen über die örtliche Kulturszene und über (lokal-)politische Hintergründe gezeigt. Diverse Kulturinitiativen, gewerkschaftliche, umweltpolitische und religiöse Gruppen, Migrant/innenorganisationen sowie Sportverbände haben bereits feste Sendeplätze.

Der Offener Kanal Hannover, Fernsehen zum Selbermachen. Interessierte können sich in die Nutzerkartei eintragen lassen, einen Kamera- und Schnittplatzkurs besuchen und schon können die Geräte gebucht werden und die eigene Produktion hat begonnen. Schon bald ist Ihr Thema auf unserem Sender zu sehen. Sendungen aus dem Live-Studio müssen mit dem OK-Team geplant werden. Die Möglichkeiten, den Offenen Kanal zu nutzen, zu unterstützen, und mitzugestalten sind vielfältig, z.B. als Mitglied im Verein!

 

8. Schlußbemerkung

Unsere im Rahmen der Institutionsbesichtigungen gemachten Erfahrungen sind überwiegend als positiv zu bezeichnen. Nahezu überall wurde uns bereitwillig ein Besichtigungstermin eingeräumt. Wir wurden freundlich empfangen und für unsere bohrenden Fragen stand genügend Zeit zur Verfügung.
Besonders auffällig war die stark dienstleistungsorientierte Einstellung des Medienpädagogischen Zentrums. Es wurde sogleich von Seiten dieser Institution darauf hingewiesen, daß sie uns gern während unseres Studiums oder auch nach Abschluß beratend zur Verfügung stünden, wenn es um die Beschaffung von unterrichtsbegleitenden Medien (Filme, Videos, Diaserien, Multimedia CD`s) gehen solle.

 

9. Medienpädagogische Institutionen/ Aktivitäten im Großraum Hannover -Adressen

Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation e.V.
Wedekindstr. 14
30161 Hannover
Tel.: 0511/ 3883541

Bischöfliches Generalvikariat
Diözesan- Medienstelle
Domhof 18-21
31134 Hildesheim
Tel.: 05121/3070

Evangelische Fachhochschule für Sozialpädagogik
Blumhardtstr. 2
30625 Hannover
Tel.: 0511/ 5301-0

Evangelische Medienzentrale
Archivstr. 3
30169 Hannover
Tel.: 0511/ 1241- 501

Evangelische Akademie
Münchehägerstr. 6
31547 Rehburg- Loccum
Tel.: 05766/810

Film- und Medienbüro
Sekretariat Projektförderung
Charlottenstr. 5
30449 Hannover
Tel.: 0511/ 446501

Freizeitheime

HAZ - Projekt Zeitung in der Schule
HAZ
Bemeroder Str. 58
30559 Hannover
Tel.: 0511/5181807 oder 5181801

Hochschule für Musik und Theater
Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung
Hohenzollernstr. 47
30161 Hannover
Tel.: 0511/3100280-281

Klecks- Theater Hannover e.V. (Kindertheater)
Kestnerstr. 18
30159 Hannover
Tel.: 0511/ 81 69 81

Kommunales Kino im Künstlerhaus
Sophienstr. 2
30159 Hannover
Tel.: 0511/ 44732

Kreisbildstelle Landkreis Hannover
- Zentrum für AV-Medien
Hildesheimer Str. 20
30169 Hannover
Tel.: 0511/ 989-680,-6813

KVHS Hannover(Kreisvolkshochschule)
Schloßstr. 1
31535 Neustadt
Tel.: 05032/ 8990

LAG Rock in Niedersachsen e.V.
Emil-Meyer-Str. 28
30165 Hannover
Tel.: 0511/350-4737

Landesmusikrat Niedersachsen e.V.
Lange Laube 22
30159 Hannover
Tel.: 0511/15247

Landesstelle Jugendschutz
Leisewitzstr. 26
30175 Hannover
Tel.: 0511/ 858788

Landeszentrale für politische Bildung
Hohenzollernstr. 46
30161 Hannover
Tel.: 0511/ 39010

Lieberwirth, Heike: Kreative Computerarbeit im Großraum Hannover, Studien zur Bestands aufnahme, Hannover 1990

Magisterarbeit: Rehberg, Heiko: Aktive Medienarbeit im Großraum Hannover- Studien zur Bestandsaufnahme am Beispiel des Videogebrauchs im pädagogischen Feld, Hannover 1989

Medienhaus für Kunst & Kultur e.V. Hannover
Schwarzer Bär 6
30449 Hannover
Tel.: 0511/ 441440

Medienpädagogisches Zentrum
Podbielskistr. 28
30163 Hannover
Tel.: 0511/ 627842

Universität Hannover
Welfengarten 1
30167 Hannover

Medienpädagogik ist z. B. in die folgenden Studiengänge integriert:

in den Studiengang Diplompädagogik als Zusatzfach, in den Magister-Teilstudiengang-Pädagogik als Anwendungsbereich "Kommunikations- und Medienpädagogik" (http://www.ifp.uni-hannnover.de) und in die Lehramtsstudiengänge als verbindlicher Bestandteil des Pädagogik-Studiums (http://www.erz.uni-hannover.de)

)

Medienwerkstatt Linden
Charlottenstr. 5
30 449 Hannover
Tel.: 0511/ 440500

NDR
Landesfunkhaus Niedersachsen
Rudolf - von - Bennigsen -Ufer 22
30150 Hannover
Tel.: 0511/ 988-0

Niedersächsisches Landesinstitut für Fort- und Weiterbildung im Schulwesen und Medienpädagogik (NLI)
Keßlerstr. 52
31134 Hildesheim
Tel.: 05121/ 16950
http://195.243.156.236/nli/haus/dez4/index.htlm

Offener Kanal Hannover
Georgsplatz 11
30159 Hannover
Tel.: 0511/357010

Pavillon
Lister Meile 4
30161 Hannover
Tel.: 0511/344556

Radio Flora
Wilhelm-Bluhm-Str.12
30451 Hannover
Tel.: 0511/ 451055

Rammbaff-Theater (Kindertheater)
Windheimstr. 4
30451 Hannover
Tel.: 0511/2102267

VHS Hannover
Theodor-Lessing-Platz 1
30159 Hannover
Tel.: 0511/ 168-4781, - 4782

Verein für Visuelle Kommunikation (VVK)
Schwarzer Bär 6
30449 Hannover
Tel.: 0511/ 441440

ZDF
Landesstudio
Wiesenstr. 56
30169 Hannover
Tel.: 0511/ 80060

 


Aktualisiert am 25. Februar 1999