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Projektbeschreibung:
Glazilakustrine
Sedimentationssysteme bilden ein wichtiges Archiv zur Rekonstruktion
der Klimaentwicklung und Gletscherdynamik. Die genaue Analyse der
Faziesarchitektur ermöglicht dabei eine Rekonstruktion der
See-Entwicklung und der Eisrandoszillation.
Saale-zeitliche
glazilakustrine Ablagerungen sind im niedersächsischen Bergland weit
verbreitet und haben eine sehr viel größere Ausdehnung als bisher
angenommen. Insbesondere grobklastische glazilakustrine Ablagerungen
wie Eiskontakt-Deltas oder subaquatische Eiskontakt-Fächer sind in
der Vergangenheit vielfach mißinterpretiert und meist als
glazifluviatile Bildungen bzw. Kamesablagerungen gedeutet worden.
Untersuchungen
im Bereich des Saale-zeitlichen Rintelner Eisstausees zeigen, daß die
Bildung dieser Seen wahrscheinlich innerhalb von einigen 10er Jahren
vor dem vorrückenden Inlandeis stattfand und in dieser kurzen Zeit
beispielsweise der Rintelner Eisstausee von etwa 55 m ü. NN auf eine
Höhe von mindestens 180 m ü. NN aufgestaut wurde. Diese schnelle
Transgression war von kleineren Seespiegelabfällen begleitet, die nur
wenige m betrugen und vermutlich auf saisonale Schwanken oder die Öffnung
kurzlebiger Überläufe zurückzuführen sind. Ähnliche Seespiegelhöhen
lassen sich für Eisstausee-Systeme rekonstruieren, die sich östlich
des Rintelner Eisstausees bis zum Harz erstreckten
Grobklastische subaquatische Eiskontakt-Fächer
und Eiskontakt-Deltas markieren genau die Positionen des ehemaligen
Gletscherrandes und markieren damit Eisrandlagen. Die
sequenzstratigraphische Analyse dieser subaquatischen
Eiskontakt-Systeme ermöglicht eine neue und genauere Korrelation
Saale-zeitlicher Ablagerungen in Süd-Niedersachsen.
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